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Multiple Sklerose und Familienaufstellung

Forschungsprojekt über
Multiple Sklerose und Familienaufstellung

Der Arbeitstitel des Projekts heisst „Die Wirkung von Familienaufstellung auf das Lebensgefühl von Menschen, die die Diagnose MS erhalten haben oder an MS-Symptomen leiden.

Als Heilpraktiker gehe ich oft mit der Frage nach dem Sinn von Krankheit um. Darin bin ich immer wieder vor allem Familienaufsteller. Das Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen unserer persönlichen Freiheit stärkt und orientiert mich und meine therapeutische Arbeit. Die Wirkung von systemischer Aufstellungsarbeit möchte ich auch wissenschaftlich untersuchen. Als diplomierter Geisteswissenschaftler greife ich dafür auf Forschungsmethoden der qualitativen Sozialforschung zurück, speziell auf die wissenschaftlichen Methoden der „grounded theory“. Hierfür gewinne ich Daten durch Interviews von Klienten, die eine Familienaufstellung durchgeführt haben. Das „offene“ Interview ist ein ausführliches Gespräch. Wie geht es Dir? Hat sich das Grundgefühl durch die Familienaufstellung verändert?
Hier sind weniger die neurologischen Symptome im Fokus, sondern subjektive Qualitäten wie Eigenwahrnehmung, Selbstverständnis. „Wie geht es mir? Wie fühle ich mich in der Welt?“

Die Methode der systemischen Familienaufstellung greift unser tief verwurzeltes, soziales Eingebundensein auf, vor allem das unserer Herkunft (so verschüttet es auch manchmal sein mag). Auch wenn wir uns in unserem Bewusstsein für selbstbestimmt halten, beeinflusst uns unser System oft mehr als uns lieb ist und bestimmt unser Schicksal auf eigene Weise. Das kann förderlich oder hinderlich sein; jedenfalls überlagert (überstimmt) es zum Teil die Stimme unseres Willens. Wir sind nur bedingt frei, über unsere Lebensschritte selbst zu entscheiden.

Vielen von geht es insgesamt gut damit. Mancher jedoch scheint eher auf problematische Art gebunden, ist “verstrickt” mit systemischem Leid. Es sind meist unterschwellige, doch existentielle und vor allem nicht durch unseren Willen beeinflussbare Gefühle. Wir sind nicht frei, sondern in den Dienst genommen von unserem System.

In einer Aufstellung können solche bestimmenden Bezüge sichtbar werden. Dadurch können sich auf subtiler Ebene Lösungen für das System der Klientin/des Klienten vollziehen oder ermöglicht werden.

Kernsensorium der Aufstellungsmethode ist ein verblüffendes Phänomen: die Verlässlichkeit der stellvertretenden Wahrnehmung. Am Geschehen nicht beteiligte Stellvertreter weisen auf die wirkenden Kräfte hin und dienen dem Therapeuten als Indikator. Auch Figuren oder beliebige Objekte können diese Trägerfunktion ausfüllen.

Das Forschungsprojekt ist dergestalt, dass die Wirkkraft von Familienaufstellung anhand von Interviews von Klienten untersucht werden, welche im Vorfeld eine Familienaufstellung wahrgenommen haben. Wie hat sich das Lebensgefühl durch die Erfahrung einer Familienaufstellung verändert? Wie nachhaltig sind diese Veränderungen?

Bei der Methode wird vor allem die Ebene der „Bewegungen der Seele“ berücksichtigt. Bisher wurden die Aufstellungen im Rahmen des Projekts von Harald Homberger angeleitet. Grundsätzlich kommen aber auch Daten in Frage, die durch von mir und anderen Therapeuten angeleiteten Aufstellungen entstanden sind. Mehrere Wochen bis Monate, ja inzwischen Jahre nach der Aufstellung führe ich ein etwa 2-stündiges Interview und werte dies mit Methoden der qualitativen Sozialforschung aus.

Von diesem Projekt verspreche ich mir ein tieferes Verständniss der Coping- und Heilprozesse bei chronischer Krankheit, speziell bei Multipler Sklerose.
Diese Forschung soll in Form einer philologischen Dissertation an der Europa-Universität Viadrina erfolgen.
Ein längerer Artikel über das Forschungsprojekt war im MS-Magazin „Kompass“ erschienen, einer Zeitschrift des Berliner Landesverbands der DMSG (2011/2).

Es ist wie gesagt ein kühnes Projekt und erfordert viel Zeit, Geduld, Hingabe und Disziplin. Von mir selbst, und natürlich von meinem persönlichen Umfeld. Dann kann etwas Großartiges entstehen!

Nähere Informationen über die Arbeit und zum Projekt bitte telefonisch oder per e-Mail erfragen.

Tel. In Berlin: 030 21460072 oder per mail: MS-Forschung@rudolfpraxis.de